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KAP -4- FARIS YAHYA - DIE ZIONISTEN UND NAZI-DEUTSCHLAND

DIE EMIGRATIONS VEREINBARUNGEN VON 1938

Das Jahr 1938 sollte sich als triumphal für Hitler erweisen. Zu den Höhepunkten gehörten seine Annektierung Österreichs und das Münchner Abkommen, die diplomatische Kapitulation der britischen und französischen Regierung, die den Nazis die Zerstückelung der Tschechoslowakei erlaubte. Diese Erfolge machten die Nazis kühner, ihre Kampagne zur Vertreibung der Juden aus Europa zu intensivieren, und die Eroberung neuer Länder brachte mehr Juden, in großer Menge, in den Bereich dieser Kampagne. Das Ende des Jahres brachte das als Kristallnacht bekannte Progrom.

Es ist wichtig, sich hier genau an das Ziel zu erinnern, daß Hitler während seiner Herrschaftsperiode niemals aus den Augen verlor. Es wurde kurz vor dem Beginn der intensivierten Kampagne von zwei jüdischen Juristen mit folgenden Worten eindrucksvoll zusammengefaßt:

„Das offene Ziel der nationalsozialistischen Regierung ist es, die massenhafte Emigration der ‚nicht-Arischen‘ Bevölkerung aus Deutschland zu erzwingen. Dieses Ziel wird durch ein systematisches Programm der Diskriminierung und Erniedrigung angestrebt, das darauf abgestellt ist, Hunderttausende von Individuen zum Verlassen ihres Heimes zu veranlassen.“[31]

Jedoch waren die bisher mit dem Zionismus erreichten Abkommen den Zwecken der Nazis nicht angemessen, und das Tempo der Emigration wurde als zu langsam angesehen, wie dieser Bericht zeigt:

„Die zentrale jüdische Organisation, unter dem Namen ‚Zentralausschuß der Deutschen Juden für Hilfe und Aufbau .. wurde im Jahre 1933 im Reich gegründet. Diese Organisation hatte drei Hauptabteilungen, die sich mit Emigration, Wirtschaftshilfe und Unterstützung beschäftigten, und es war die besondere Funktion des Büros für Wirtschaftshilfe, bei der Berufsänderung und der Ausbildung der Jugendlichen behilflich zu sein... Zur Berichtszeit (Oktober 1935) gibt es zehn Ausbildungslager mit Insgesamt 2.700 jungen Männern und Frauen. Der größte Teil wird in Landwirtschaft unterrichtet. Die deutsche Regierung macht ständig Schwierigkeiten und droht mit der völligen Auflösung der Lager, unter dem Vorwand, daß Juden nicht dabei unterstützt werden sollten, sich auf handwerkliche Berufe in Deutschland vorzubereiten. Wir hoffen, deshalb die Judenauswanderung nach Palästina zu steigern, so daß in jedem Jahr Tausende gehen können. [32]

Wir haben bereits oben festgestellt, daß die Nazis den Zionisten gestattet hatten, besondere Trainingslager für die Emigranten zur Vorbereitung auf das Leben im Nahen Osten einzurichten. Was die gemeinsamen Interessen beider Parteien nun erforderten, war eine Beschleunigung der Emigration, und Maßnahmen, das Trainingspro­gramm einer stärkeren Zionisten-Nazi-Kontrolle zu unterstellen. Die Zionisten schickten Sonderdelegierte, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen, während die Nazis ständig Sitzungen abhielten, um ihre Strategie für die Vertreibung der Juden zu planen.

„Im Lauf der ersten Sitzung des Lenkungsausschusses des ‚Zentralbüros‘ am 11. Februar 1939 erklärte Heydrich, daß man keinen Grund habe, die Sendung illegaler Transporte von Emigranten nach Palästina aufzugeben...

„Illegale Transporte, fuhr Heydrich fort, würden jedenfalls von verschiedenen europäischen Ländern aus nach Palästina abgehen. So könnte Deutschland zu den gleichen Mitteln greifen. Hinrichs und Eisenlohr aus der Wilhelmstraße hatten nicht nur keine Einwände, sondern bestanden im Gegenteil darauf, daß ‚Deutschland jede sich bietende Gelegenheit wahrnehmen solle, einen Juden hinauszuwerfen‘. Wohlthat zog gleich. ‚Palästina könnte etwa 800.000 bis 1 Million Extrajuden verkraften’. Das habe er in London gehört.

‚Und wenn die Juden Deutschlands nicht dorthin gingen, könnten andere Länder dieses Kontingent leicht aufbringen.‘

„Seit Ende Dezember 1938 hatten zwei Delegierte aus Palästina, Pinhas Ginsberg und Max Zimels, ungehindert auf Reichsgebiet daran gearbeitet, illegale Konvois nach Palästina zusammenzustellen. Die Gestapo legte ihrer Tätigkeit keine Hindernisse in den Weg. [33]

Zwei zionistische Autoren, die Ginsberg mit seinem Spitznamen „Pino“ erwähnen, berichten, daß die Jewish Agency ihn zu einem Treffen mit dem Beauftragten für die Judenftage im Gestapohauptquartier schickte: „Er hatte einen Sonderauftrag; seine Arbeit war, was die Nazis wollten: sein Ziel war die Organisation der Emigration deutscher Juden nach Palästina; nur mit Unterstützung der Naziführer konnte dieses Projekt auf breiter Basis durchgeführt werden. Der Gestapo-, ‚supervisor’ war jetzt interessiert. Er rief drei weitere Gestapobeamte herbei. Das Interview war zu einer Konferenz geworden; die Gestapo diskutierte, wie sie die jüdische ‚illegale‘ Einwanderung nach Palästina gegen den Willen des britischen Mandats unterstützen und steigern könne.“

Ginsberg erbat demzufolge die Hilfe der Gestapo für seinen Plan. Das 1nterview war beendet, er verließ das Gestapo-Hauptquartier, und ging zum Berliner Büro der Zionistischen Organisation. „Als der Gesandte das zionistische Büro erreichte, erzählten ihm aufgeregte Angestellte, daß die Gestapo-Antwort auf ihn warte. Er konnte bleiben. Er konnte sofort mit seiner Arbeit beginnen. Er konnte sogar junge jüdische Pioniere auswählen, die in Konzentrationslager gesandt worden waren. Er würde auch nicht die offiziellen bürokratischen Hürden nehmen müssen. Er konnte besondere Trainingslager für ausgewählte Einwanderer aufbauen, die den illegalen Weg durch die britische Blockade schaffen würden. . . Er hatte einen langen Löffel mitgebracht; es störte ihn nicht weiter, daß er dabei war, mit dem Teufel zu Abend zu essen. In der Tat war er höchst befriedigt, als er die Antwort der Gestapo las. “ [34]

Auch 1938 direkt nach dem AnsAuch 1938 direkt nach dem Anschluß sandten die Zionisten einen weiteren Gesandten. Moshe Bar-Gilad, mit einer ähnlichen Mission nach Wien. „Bar-Gilad entdeckte bald wie sein Kollege In Berlin, daß der einzige Weg zu einer massenhaften Emigration aus Österreich durch das Gestapo-Hauptquartier und das SS-Büro für jüdische Angelegenheiten führte, für die das geräumige Haus von Baron Rothschild requiriert worden war. Dort saß als Leiter des ‚Zentralbüros für Emigration‘ Hauptmann Carl Adolf Eichmann. Dieser Name sollte Berühmtheit erlangen... Er empfing Bar-Gilad höflich; er war auch von der Selbstsicherheit und unverblümten Sprache seines ungewöhnlichen Besuchers beeindruckt.“

„Bar-Gilad erklärte, daß er die Genehmigung für die Errichtung von Pionier- Trainingslagern wollte, um junge Leute für die Arbeit in Palästina auszubilden und ihre Auswanderung den Bedingungen entsprechend so schnell wie möglich zu arrangieren. . . Eine oppositionelle Gruppe, die Revisionisten, rechtsradikale Aktivisten, würden illegale Transporte nach Palästina organisieren. Bar-Gilad erklärte, daß die Revisionisten vor allem Juden nähmen, die den hohen Preis für den illegalen Transport bezahlen könnten, während seine Organisation an jungen Leuten interessiert sei, die Pioniere werden wollten. Die meisten von ihnen wären arm. Seine Organisation würde alle Kosten tragen. Er wolle keine finanzielle Hilfe von der Gestapo; alles, worum er bat, war, daß seine Arbeit nicht behindert würde.“

Zwei Wochen später erhielt Bar-Gilad Eichmanns Antwort auf den Antrag der Zionistenbewegung. ,,Eichmann teilte ihm mit, daß er bei der Beschaffung von Bauernhöfen und Anlagen für die Errichtung von Trainingszentren für angehende Emigranten behilflich sein wolle, daß jedoch der eigentlich Transport den Revisionisten, den oppositionellen Zionisten und ‚Privatunternehmen‘ überlassen bleiben müsse. .. Bar-Gilad konnte nicht zulassen, daß der Transport aus seinem Einflußbereich herausgenommen wurde. Doch im Hinblick auf Trainingsanlagen hielt Eichmann sein Versprechen. Er stellte Bauernhöfe und Geräte zur Verfügung. In einem Falle vertrieb er eine Gruppe von Nonnen aus einem Kloster, um einen Trainingshof für junge Juden zu bekommen. Bis Ende 1938 waren etwa 1000 junge Juden in den von den Nazis bereitgestellten Lagern in der Ausbildung. [35]

Diese beiden Emissäre waren offizielle Repräsentanten der Union of Communal Settlements, die in der zionistischen Bewegung für die Errichtung und Stärkung von Kibbutzim arbeitete. Diese Siedlungen, wie jetzt weithin bekannt wird, haben paramilitärischen Charakter. - . Die Abkommen, die diese Gesandten durch ihre Kontakte mit der Gestapo und der SS erreichten und durch die Nazideutschland einen wesentlichen Beitrag zur Verstärkung des zionistischen Reservoirs an Arbeitskräften, dem Training und der daraus folgenden militärischen Schlagkraft leistete, waren keine informellen Vereinbarungen. Sie waren feierliche Abkommen, die offiziell, wenn auch geheim, von der Naziregierung geschlossen wurden: ein Vernunftbündnis, das von Hitler selbst in einer politischen Direktive angeordnet war.

„Hitlers Entscheidung wurde vom Außenamt der Nazipartei an alle betroffenen Ministerien mitgeteilt. Sie erfuhren, daß der Führer erneut beschlossen habe, daß ‚die jüdische Auswanderung aus Deutschland mit allen verfügbaren Mitteln betrieben werden solle. Jede Frage, die bisher bestanden haben mag, ob nach Ansicht des Führers diese Emigration in Richtung Palästina gelenkt werden sollte, ist damit bejahend beantwortet.‘ [36]

Die Existenz dieser offiziellen Nazipolitik wurde auch durch die jüdische Historikerin Hannah Arendt in ihrer Beschreibung von Eichmanns Arbeit in Wien im Jahre 1938 bestätigt:

„Eichmanns Aufgabe war als ‚zwangsweise Emigration‘ beschrieben worden, und diese Worte meinten genau, was sie sagten: alle Juden, ohne Rücksicht auf ihre Wünsche und Staatsangehörigkeit, sollten zur Emigration gezwungen werden ein Akt, der auf deutsch Vertreibung heißt. Immer wenn Eichmann an die zwölf Jahre zurückdachte, die sein Leben waren, hob er sein Jahr in Wien als Chef des Centre for Emigration of Austrian Jews als seine glücklichste und erfolgreichste Periode hervor. [37]

Abgesehen von allen anderen unfreundlichen Aspekten war die Verfolgung der Juden auch ein lukratives Geschäft. Es ist allgemein bekannt. daß viele Nazis große Vermögen anhäuften, im allgemeinen aus dem Vermögen oder der Sklavenarbeit ihrer Opfer. Weniger bekannt ist, daß die zionistischen Organisatoren der Emigration durch ihre Kollaboration mit den Nazis ebenfalls ihren Teil an materiellen Vorteilen auf Kosten einzelner Juden hatten.

Eichmann sandte deshalb jüdische Funktionäre ins Ausland, um von den großen jüdischen Organisationen Geld zu fordern, und diese Guthaben wurden dann von der jüdischen Gemeinde mit beträchtlichem Profit an die künftigen Emigranten verkauft ein Dollar z.B. wurde für 10 oder 20 Mark verkauft, als der Markwert 4,20 Mark betrug. [38]

Die durch die zionistische Bewegung verwaltete Philanthropie wurde dadurch äußerst profitabel. Doch das Ziel aller zionistischen „Hilfs“operationen und -abkommen mit den Nazis war kaum humanitär, wie aus dem Bericht über die Missionen hervorgeht. „Diese beiden jüdischen Emissäre waren nicht nach Deutschland gekommen, um deutsche Juden zu retten; das war nicht ihr Job. Ihr Denken war völlig auf Palästina und die britische Mandatsmacht gerichtet. Sie suchten junge Männer und Frauen, die nach Palästina gehen wollten, weil sie eine eigene Heimatstätte wollten und bereit waren, Pionierarbeit zu leisten und notfalls dafür zu kämpfen. Ihr Interesse an deutschen Juden, die Palästina als rettenden Hafen, den zweitbesten nach den USA oder Großbritannien ansahen, war für ihr Hauptziel zweitrangig...“

„Ihr Ziel war ihnen weit wichtiger als die Mittel, zu deren Anwendung sie nun gezwungen waren; und obwohl sie die Zukunft nicht sehen oder sich vorstellen konnten, was sie bringen würde, hatten sie keine Skrupel über den Preis, den sie bezahlen mußten, solange sie ihre Juden nach Palästina bringen konnten. [39]

Der Unterschrift unter das „Gemeinsame Interessen“ -Abkommen zwischen den Nazis und den Zionisten, das durch die Bemühungen von Ginsberg und Bar-Gilad zustandegekommen war, folgte die Durchführung. Das Zögern der deutschen Juden, sich auf Geheiß des Zionismus zu entwurzeln, mußte durch Überredung überwunden werden, die die Nazis gerne zu leisten bereit waren.

„Der Anfang war langsam, doch die grimmige Nacht des 9. November 1938, in der die Nazis ihren organisierten Aufstand der Brandstiftung an und des Überfalls auf deutsche Juden durchführten, überzeugt die Führung der deutschen Juden, daß Emigration mit allen verfügbaren Mitteln ihre einzige Hoffnung blieb.“

Als den jüdischen Massen diese Erkenntnis dämmerte, begannen Juden aus ganz Deutschland in die Maineckestraße zu strömen; Emigrationsanträge überschwemmten die Büros der Hechalutz, der zionistischen Pionierbewegung, die Pinos Hauptquartier war. [40]

Sobald die Abkommen ernstlich durchgeführt zu werden begannen, entwickelte sich ein bemerkenswerter Geist der Zusammenarbeit, sogar der Kamaderie, zwischen Zionisten und Nazis. Das sollte in seltsamen Gegensatz zu der Haltung der Nazis gegenüber den Juden stehen — deren großer Mehrheit in der Tat —‚ die nicht willig oder fähig waren, der Forderung der Nazis und Zionisten zu entsprechen, ihr Heim in Europa zu verlassen.

„Im März 1939 verließ der erste von Pino organisierte Transport von 280 Juden Berlin, dessen Bestimmungsort angeblich zionistische Trainingshöfe in Jugoslawien war. Die Nazibehörden stellten einen Sonderzug bis Wien zur Verfügung, wo die Gruppe sich einem anderen, größeren Transport österreichischer Juden anschloß, der von österreichischen Nazis begleitet war.“


„Der österreichische Teil des Transports war von Bar-Gilad, der in Wien arbeitete, organisiert worden...“

„Der Zug mit Hunderten von singenden Pionieren und mit den gelangweilten Naziwächtern, die sich aus den Fenstern lehnten, muß ein widersprüchlicher Anblick gewesen sein, als der Zug durch die gemächliche Landschaft Südösterreichs ratterte. Der Transport verlief nach Plan; einige hundert junge Juden landeten heimlich an der palästinensischen Küste. “ [41]
Klug mit dem Gefühl der Unsicherheit spielend, überredete die Zionistenbewegung deutsche Juden, erhebliche Summen für die schnelle Expansion der Trainingslager und Transportmöglichkeiten zu spenden, damit das Rinnsal der Emigranten zu einer Flut werden könnte. Die Emigrationsabkommen zwischen Zionisten und Nazis währten in dieser Form zwei Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. Doch wurde ihr reibungsloses Funktionieren 1941 nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion gestört. Die Nazis argumentierten, daß die Abkommen nicht länger anwendbar seien, da sie ihrer militärischen Lage an der Ostfront Vorrang bei der Planung von Transporten geben müßten, und wegen der allgemeinen kriegsbedingten Zerstörung von Verbindungswegen in Zentral- und Osteuropa.
Da es nicht länger praktisch war, Europa von den Juden durch Emigration zu befreien, entschied sich Hitler für einen anderen Weg. „im Januar 1939 hatte er bereits Befehl gegeben, daß die jüdische Emigration vor allem nach Palästina gelenkt werden sollte, und nachdem auch dieses Tor geschlossen war, griff er zu dem einfachen Ausweg, der sich ihm nun anbot, die ‚Endlösung‘ der Vernichtungslager. „ [42]
Die neue Situation konfrontierte den Zionismus mit einer kritischen Entscheidung zwischen zwei Handlungsmöglichkeiten. Die erste war, dem Nazismus den Krieg zu erklären, die Abkommen von 1938 völlig aufzuheben und die Fahne des jüdischen Aufstandes gegen den Nazismus in ganz Europa zu hissen. Das hätte natürlich bedeutet, ein für allemal jede Möglichkeit einer noch so begrenzten „legalen“ Emigration zionistischer Arbeitskräfte aus Europa durch Kooperation mit den Nazis in Zukunft aufzugeben, selbst wenn die logistische Situation dafür später eine solche Änderung erlaubte. Die Entscheidung zum Widerstand würde auch bedeuten, daß die Zionisten den Kampf gegen Unterdrückung und Antisemitismus in Europa zusammen mit den Nichtjuden und Assimilationisten oder progressiven Juden aufnehmen. Für die Zionisten hätte dies nicht nur ein ernsthaftes Aufgeben ihrer tiefsten Überzeugungen, sondern auch, noch ernsthafter, das Eingestehen einer Niederlage ihrer ganzen Philosophie bedeutet.
Die zweite Aktionsmöglichkeit für die Zionisten war die Einsicht. daß die Situation sich zumindest vorübergehend in einer für sie ungünstigen Richtung verändert hatte, und zu versuchen, neue, aber begrenzte Vereinbarungen zu treffen. Das würde natürlich heißen, zu dem Tod einer großen Anzahl ihrer Religionsgenossen zu schweigen. Es würde aber den Vorteil haben, die Tür zu einer Kommunikation mit Nazideutschland offenzuhalten, die benutzt werden könnte, sobald die Lage sich wieder zu ihren Gunsten veränderte. Darüber hinaus würde es keine grundsätzliche Verwässerung oder eine Niederlage der zionistischen Ideologie bedeuten.
Die Zionistenbewegung wurde vor diese unvermeidliche Alternative durch ihre Unterschrift unter die früheren Abkommen mit Nazideutschland gestellt. Einige Apologeten haben argumentiert, daß die Zionisten in dieser Hinsicht nicht aus eigentlich finsteren Motiven handelten und sich nicht darüber im klären waren, zu welchem grausamen Ende es führen könnte. Abgesehen von der moralischen Gefahr des blinden Festhaltens an der Überzeugung, daß das Ziel die Mittel heilige, ist es überaus zweifelhaft, daß die zionistischen Führer mit ihrer bemerkenswerten Fähigkeit zu langfristiger Planung sich des wahren Charakters oder des möglichen Kurses der Nazipolitik nicht bewußt waren, der den meisten normalen Europäern gegen Ende der Mittdreißiger Jahre klar war. In diesem Zusammenhang machte der Staatsanwalt im Eichmann-Prozeß, Gideon Hausner, einige sehr wichtige Kommentare und Bemerkungen. Über Hitler sagte er: ,,Als er dem Judenhaß freie Bahn ließ, hatte er auch, den steilen Pfad betreten, der zu dem Tag des Boykotts‘ am 1.April 1933, zu der Kristallnacht des 9. / 10. November 1938, und zu der Entscheidung über die ‚physische Ausrottung‘ am 31.Juli 1941 führte. Das war die Logik der Ereignisse, dessen jedes sich aus dem vorhergehenden ergab und unvermeidlich zu dem nächsten leitete. Der Weg des Antisemitismus führte nach Ausschwitz. „ [43]
Die Logik des steilen Pfades galt nicht nur für die Nazis. Durch die Akzeptierung des verhängnisvollen Prinzips gemeinsamer Interessen und der daraus folgenden Kooperation mit dem Nazismus, wie beschränkt diese auch immer in den dreißiger Jahren war, machten sich die Zionisten selbst auf ihren eigenen parallelen Pfad nach unten. Die beiden Phänomene Antisemitismus und zionistische Zweckallianz damit — in der Hoffnung, ihn als die von ihnen benötigte „Triebkraft“ zu benutzen — können nicht völlig voneinander getrennt werden. Sie reagierten aufeinander, wie es notwendig immer bei zwei politischen Kräften passiert, deren Beziehung die des engen Kontakts ist, ob nun in Konfrontation oder in Kooperation.

Jedenfalls können Entschuldigungen für die Abkommen des Zionismus mit den Nazis in den 30er Jahren, welcher Art sie auch sein mögen, nicht für die Fortsetzung irgendwelcher Zusammenarbeit gelten, nachdem die Nazis ihre umfassende Durchsetzung des Genozids Mitte 1941 in Gang gesetzt hatten. Im Zeitraum 1941 — 1944 brach eine Reihe von Zionisten in den von den Nazis besetzten ost­europäischen Ländern, wie Morchedai Anielewicz, mit der traditionellen Politik des Zionismus und beteiligte sich an Revolten gegen den Nazismus. Doch diese Revolten waren alle lokal organisiert, von Juden in Warschau, Wilna, Bialystock und in anderen Gegenden, oft innerhalb der besetzten Gebiete miteinander koordiniert, doch ohne die Kooperation der zionistischen Bewegung auf internationaler Ebene.

KAP - 5 - DIE GHETTO  AUFSTÄNDE


INHALTSVERZEICHNIS

 
  Einleitung  
Kapitel  1 Die frühe zionistische Haltung zum Anti Semitismus  
Kapitel  2 Die gemeinsame Basis zwischen Zionismus und Nazismus  
Kapitel  3 Die Ha‘avara Vereinbarungen  
Kapitel  4 Das Emigrations-Abkommen von 1938  
Kapitel  5 Die Ghetto-Aufstände  
Kapitel  6 Zionistische Politik zur Massenvernichtung  
Kapitel  7 Kastner und die ungarischen Juden  
Kapitel  8 Die Verheimlichung von Beweisen  
Kapitel  9 Die lrgun und der Nazismus  
Kapitel 10 Einschätzung der zionistischen Politik gegenüber dem Nazismus  
     
ANHANG I Äußerung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland zur Stellung der Juden im neuen deutschen Staat
 
ANHANG II Die Denkschrift der Reichsvertretung der deutschen Juden  
Literaturverzeichnis Literaturverzeichnis mit Quellen Angabes  
     
Autor & Verlag Faris Yahya (Glubb) - Hartmut Dicke Verlag - Übersetzung  
Download Ganzes Buch runterladen: zionisten.zip  


Dank an die Deutsche Nationalversammlung.

The English version of 'Zionist Relations With Nazi Germany' can not be purchased at abetitles1.com/servlet/BookDetailsPL?bi=272277096 anymore.... (Why oh why??)
Other articles that deal with the similarity of Nazi and Zionist policies: The Hidden History of Zionism
Krieg gegen alle Feinde Israels Professor MacDonald über die moderne zionistische Politik USAs.
Zionism in the Age of the Dictators by Lenni Brenner
Literature List Documenting Zionist Crimes at the website Jews Against Zionism
Deutschland und die Judenfrage

 



Literatur-Verzeichnis mit Quellenangaben von 31 .. 43

31  Oscar Janowsky and Melvin Fagen, International Aspects of German Racial Policies (New York, 1937), pp. 49-50.

32  Bentwich, op. cit, pp. 142-143.

33  Ben Elisar, op. cit., pp. 423-424.

34  Jon & David Kimche, The Secret Roads (London, 1954) pp. 15-16.

35  Ibid., pp. 17-19.

36  Ibid, p. 30.

37  Arendt, op. cit., p. 39.

38  lbid, p. 41.

39  Kimche, op. cit., pp. 27, 30-31.

40  Ibid., p. 217

41  Ibid., pp. 33-35.

42  Ibid, p. 217.

43  6,000,000 Accusers, opening address in Adolf Eichmann trial, Sessions 6-8.